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Reisewetter Kapverden


Das Klima der Inseln

Die Kapverdischen Inseln bilden den westlichen Ausläufer der Sahelzone. Sie liegen in der Übergangszone vom subtropischen Hochdruck- in den tropischen Tiefdruckgürtel. Fast das ganze Jahr hindurch bestimmt der Nordostpassat das Klima (80 % der Winde). Er bläst vom November bis April mit einer kontinuierlichen Geschwindigkeit von 4 bis 6 m pro Sekunde.

Der sogenannte „Broma Secca“ (6 % der Winde) bringt trocken-heiße Luftmassen des Sahara-Hochs. Er tritt in kurzen Phasen in der Zeit von Dezember bis Januar auf und verteilt feinen Wüstenstaub auf den Inseln. An diesen Tagen kann es zu Einschränkungen im Flugverkehr kommen.

Im Spätsommer kann ein heftiger, feuchtheißer Südwestwind wehen, der den Inseln den lang ersehnten Regen bringt. Jedoch nur, wenn die äquatoriale Tiefdruckzone weit genug nordwärts wandert. Diese Zone driftet im Verlauf eines Jahres von Süden nach Norden. Sie wird als Innertropische Konvergenz-Zone (ITC) bezeichnet, jener Bereich also, in dem der Nordwestpassat der Nordhalbkugel auf den Südwestpassat der Südhalbkugel zuströmt. Wenn diese Zone das Archipel erreicht, kommt es zu wolkenbruchartigen Ergüssen. In manchen Jahren fällt an einem Tag die gesamte Jahresmenge – in einer Stunde bis zu 200 l/km². Bleibt jedoch das Heranrücken der ITC-Zone aus, droht jedes Jahr aufs Neue der alte Fluch: Dürre.

Der vorherrschende Nordostpassat führt in über 1.000 m Höhe trockenwarme Festlandluft mit sich. Diese überlagert tief liegende Luftmassen, welche durch die dominierende Meeresströmung, den Kanarendrift, relativ kühl gehalten werden. Eine Inversionswetterlage mit wolkenlosen Himmel und ungetrübtem Sonnenschein ist die Folge.

Der Passat kann aber auch Wolken und Regen bringen. Dann nämlich, wenn die herangetragenen Luftschichten an den Steilhängen der hohen Westinseln gestaut und zum Aufsteigen gezwungen werden. Dabei kühlen sie ab und die eingeschlossene Luftfeuchtigkeit kondensiert. Wolken und Nebel bilden sich und geben wertvolle Feuchtigkeit ab (Regen und Tau). Deshalb existiert in dieser Höhenstufe eine vielfältiger entwickelte Vegetation.

Zweimal im Jahr steht die Sonne im Zenit, am 22. Mai und 20 Juli. Dann gibt es keine Schatten mehr. Doch auf den Kapverden ist es dank des Atlantiks nur gemäßigt heiß. Da die Luft trocken ist (durchschnittliche Luftfeuchtigkeit bei 60 %), wirken auch hohe Temperaturen gemäßigt. Der kühlste Monat ist der Februar. Das Jahresmittel liegt bei ca. 25°C. Die Temperaturschwankungen sind im Verlauf des Jahres gering, ebenso die Unterschiede zwischen Tag und Nacht – jeweils nur 4°C - 6°C. Pro 100 m Höhenunterschied ist mit ca. 0,5°C - 1°C Abkühlung zu rechnen. In hoch gelegenen Orten auf Santo Antao, Fogo oder Brava sind abends Pullover angebracht.

Klimatabelle Kapverden

Jan

Feb

März

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Max.-Temperatur

24

24

24

25

25

26

28

28

29

29

28

26

Min.-Temperatur

19

19

19

19

20

22

23

23

24

24

22

20

Sonnenstunden

6

7

8

9

9

7

7

7

7

7

7

6

Wassertemperatur

24

23

23

23

23

24

24

25

26

26

25

24

Regentage

0

0

0

0

0

1

2

4

5

3

1

0

Bei den monatlich angegebenen Zahlen handelt es sich um Durchschnittswerte, die sich aus einem Beobachtungszeitraum heraus errechnet haben. Nachdem die Wetterlage durch vielerlei Einflüsse ständigen Veränderungen unterworfen ist, können die Angaben nicht als absolut betrachtet werden, sondern sollen eine relative Klimaeinschätzung innerhalb der Monate wiedergeben. Das aktuelle Klima auf den Kapverden erfahren Sie im Internet bei verschiedenen Wetterdiensten.